Online - Kaufverhalten im Internet bestimmen die Frauen?
Seitdem Frauen das Internet für sich und ihre Zwecke
entdeckt haben, hat sich die Palette der über das Internet
verkauften Waren erweitert. Denn Frauen kaufen anders ein,
das ist im realen Leben so und auch im Internet nicht anders.
Laut einer Studie des Branchenverbandes BITKOM aus dem Jahre
2009 werden zurzeit am liebsten Tickets für Flüge
und Bahnfahrkarten über das Internet gekauft. Auf Platz
zwei liegen Eintrittskarten für Veranstaltungen wie Konzerte,
Kino oder Theater. Rang drei nehmen Bücher ein, die auch
vermehrt über das Netz eingekauft werden.
Frauen
und Männer nutzen das Internet gleichermaßen, dennoch
surfen Männer mehr im Netz (noch?). Rund 70 % der Männer
in Deutschland nutzen das Internet im Vergleich zu knapp 60
% der Frauen (Quelle: Media Perspektiven 7/2009). Deutliche
Unterschiede gibt es allerdings bei der Auswahl der Produkte.
Frauen kaufen zu 33 % im Internet auch Bekleidung, Männer
tun das nur zu 21 %. Dafür liest die Frauenwelt wohl
mehr und shoppt dementsprechend auch mehr Bücher über
das Internet, aber auch das Einkaufen von Haushaltsgeräten
scheint eine Frauendomäne zu sein. Männer hingegen
sind mehr für das Technische zuständig. Sie sind
mehr bei den DVD
Charts zu finden, kaufen Filme, Computer,
Musik und Unterhaltungselektronik, oder kümmern sich
um Wohnungseinrichtungen angefangen von der Duschabtrennung bis zum Gartengrill. Bei den Küchenmöbeln oder
die Wohnzimmereinrichtung surfen dann beide gemeinsam.
Findige Unternehmen stellen sich auf solche Ergebnisse ein
und nutzen diese Erkenntnisse auch im Rahmen ihres Online-Marketings.
Mit zalando.de hat im Jahre 2008 beispielsweise ein Schuhladen
eröffnet, der seine Produkte nur über das Internet
vertreibt. Und das recht erfolgreich, wenn man den Branchenberichten
Glauben schenkt. Zudem wurde zalando.de vor kurzem von der
Fachzeitschrift Schuhkurier zum Testsieger ausgerufen. Sie
bieten demnach den besten Service an, dabei spielten vor allem
Kriterien wie Navigation der Seiten und Produktinformation
eine große Rolle.
Bei
all der Euphorie um die Möglichkeiten in der New Economy
sollte man allerdings niemals die Cyber-Kriminalität
im Internet vergessen. Ein Vorfall Anfang Dezember 2010 aus
dem Kreisgebiet Wesel zeigte wieder einmal, dass selbst Prominente
vor Hackerangriffen nicht sicher sind. Im konkreten Fall hackte
ein 23-jähriger Mann
aus Wesel verschiedene Webseiten von Popgrößen
wie Lady Gaga oder Justin Timberlake und entwendete dort noch
nicht veröffentlichte Musikstücke. Diese Musikstücke
veräußerte er für einige Zehntausend Euro,
verursachte dadurch allerdings Schäden in Millionenhöhe.
Unter den Druck der Veröffentlichung im Internet mussten
die Stars ihre Alben vorzeitig herausbringen und mussten die
gestohlenen Songs auch eher in Tournee-Veranstaltungen mit
aufnehmen. Dieser Vorfall zeigt, man sollte besonders vorsichtig
bei der Angabe von Daten im Internet sein. Online-Shops erfordern
die Angabe von persönlichen Daten, ebenso viele Community-Portale.
Als Grundsatz gilt, niemals Passwortdaten in einer Liste auf
dem Rechner hinterlegen, niemals einfache Passwörter
wählen.
Man sieht an diesen Beispielen, dass die Macht und die Anfälligkeit
des Verbrauchers im Internet groß ist. Die Unternehmen
können sich diesen Trends nicht verschließen und
müssen letztlich das anbieten, was der Markt verlangt.
Und wenn Frauen Wert auf andere Produkte und gute Informationen
legen, dann wird sich der Markt hier nicht verweigern - im
Gegenteil, denn schließlich sind zahlungskräftige
Frauen eine interessante Zielgruppe.